Wildunfälle Vorarlberg Statistiken: 24 wichtigste Zahlen (2026)
Wie viele Wildunfälle gibt es in Vorarlberg, welche Tiere sterben auf der Straße, in welchem Bezirk kracht es am häufigsten und wie steht das Land im Österreich-Vergleich da? Die wichtigsten Zahlen aus Jagdstatistik, KFV und ÖAMTC, mit Quellen.
Vorarlberg ist bei Wildunfällen ein Sonderfall. Kein anderes Flächenbundesland meldet so wenig Fallwild auf der Straße, und die Zahl ist in den letzten Jahren deutlich gesunken. Trotzdem stirbt im Ländle inzwischen mehr als jedes zweite Stück Fallwild im Straßenverkehr.
Für Jägerinnen und Jäger ist das Thema doppelt wichtig. Sie werden nach einem Wildunfall gerufen, suchen verletztes Wild nach und tragen jedes Stück mit dem Vermerk „Straße“ in die Abschussliste ein.
Auf dieser Seite findest du die wichtigsten Zahlen zu Wildunfällen in Vorarlberg: Entwicklung, Wildarten, Bezirke, Verletzte und den Vergleich mit ganz Österreich. Jede Zahl ist mit einer Quelle belegt.
Das Wichtigste in Kürze
- Im Jagdjahr 2025/26 kamen in Vorarlberg 215 Wildtiere im Straßenverkehr ums Leben, nach 201 im Jahr davor.
- Gegenüber dem Höchstwert von 333 Tieren im Jagdjahr 2020/21 ist das ein Minus von rund 35 Prozent.
- Am häufigsten trifft es Rehe (82), Füchse (71) und Dachse (42). Rotwild kam trotz großer Bestände nur zweimal unter die Räder.
- Der Bezirk Bregenz meldet mit 85 Tieren rund 40 Prozent aller Wildunfälle des Landes.
- In ganz Österreich sterben pro Jahr rund 65.000 bis 73.000 Wildtiere auf der Straße. Auf Vorarlberg entfällt davon nur gut ein Drittelprozent.
Anzahl und Entwicklung in Vorarlberg
Eine eigene Polizeistatistik zu allen Wildunfällen gibt es in Österreich nicht. Die beste Zahl liefert die Jagdstatistik: Jedes Stück Wild, das im Straßenverkehr stirbt, wird als Fallwild mit dem Vermerk „Straße“ in die Abschussliste eingetragen.1
Das Land Vorarlberg und die Statistik Austria werten diese Listen jedes Jahr aus. Die Zahlen gelten für das Jagdjahr vom 1. April bis zum 31. März.2
1215 Wildtiere im Straßenverkehr 2025/26
Im Jagdjahr 2025/26 kamen in Vorarlberg 215 Wildtiere im Straßenverkehr ums Leben. Im Jagdjahr 2024/25 waren es 201, das ist ein Plus von rund 7 Prozent.34
2Minus 35 Prozent seit dem Höchstwert 2020/21
Den höchsten Wert der letzten Jahre gab es im Jagdjahr 2020/21 mit 333 Tieren. Seither ging die Zahl fast jedes Jahr zurück, auf 232 im Jagdjahr 2023/24 und 201 im Jagdjahr 2024/25.3 Der Wert 2025/26 liegt rund 35 Prozent unter dem Höchststand.
Wildtiere im Straßenverkehr in Vorarlberg je Jagdjahr
- 15/16
- 16/17
- 17/18
- 18/19
- 19/20
- 20/21
- 21/22
- 22/23
- 23/24
- 24/25
- 25/26
Fallwild Straßenverkehr in StückHöchstwert
3Mehr als jedes zweite Fallwild stirbt auf der Straße
Insgesamt meldeten die Vorarlberger Reviere im Jagdjahr 2025/26 421 Stück Fallwild. 215 davon kamen im Straßenverkehr um, das sind 51,1 Prozent. Die übrigen 206 Stück verendeten aus anderen Gründen.3
Fallwild in Vorarlberg 2025/26 nach Ursache
- Straßenverkehr 51,1 %
- sonstige Ursachen 48,9 %
4Fallwild insgesamt halbiert seit 2018/19
Im Jagdjahr 2018/19 lag das gesamte Fallwild in Vorarlberg noch bei 872 Stück. 2025/26 waren es 421, also rund 52 Prozent weniger. Damals lag vor allem das Fallwild abseits der Straße viel höher, etwa bei Rehen (220), Gämsen (213) und Steinwild (55).3
Wildarten
Auf Vorarlbergs Straßen dominieren Reh, Fuchs und Dachs. Das Schalenwild der Hochlagen, also Rotwild, Gams und Steinwild, spielt bei Wildunfällen kaum eine Rolle.
582 Rehe im Straßenverkehr
Das Reh ist auch in Vorarlberg das häufigste Unfallopfer. 82 Rehe starben im Jagdjahr 2025/26 im Straßenverkehr, das sind 38 Prozent aller Wildunfälle. Darunter waren 24 Böcke, 43 Geißen und 15 Kitze.3
Wildunfälle 2025/26 nach Wildart
6Reh-Unfälle minus 56 Prozent seit 2019/20
Beim Reh ist der Rückgang besonders deutlich. Im Jagdjahr 2019/20 starben noch 187 Rehe auf Vorarlbergs Straßen, 2025/26 waren es 82. Das ist ein Minus von rund 56 Prozent.3
7Fast jedes zweite Reh-Fallwild ist ein Verkehrsopfer
Von den 176 Rehen, die 2025/26 als Fallwild gemeldet wurden, starben 82 auf der Straße, also rund 47 Prozent.34
861 Prozent Niederwild
Füchse (71), Dachse (42), Marder (9), Hasen (8) und ein Iltis machen zusammen 131 Tiere aus. Damit stellt das Niederwild rund 61 Prozent der Wildunfälle in Vorarlberg, das Schalenwild nur 84 Stück.3
9Nur 2 Stück Rotwild auf der Straße
Obwohl in Vorarlberg 2025/26 mehr als 3.600 Stück Rotwild erlegt wurden, starben im Straßenverkehr nur zwei. Beim Gams gab es keinen einzigen Straßenunfall. In den letzten 20 Jahren lag der Wert beim Rotwild nie über neun Stück pro Jagdjahr.3
Bezirke
Die meisten Wildunfälle meldet der Bezirk Bregenz. Er hat auch beim Reh mit Abstand die größte Strecke des Landes.3
1085 Wildunfälle im Bezirk Bregenz
Mit 85 Tieren meldete der Bezirk Bregenz 2025/26 rund 40 Prozent aller Wildunfälle des Landes. Es folgen Bludenz mit 56, Feldkirch mit 50 und Dornbirn mit 24 Tieren.3
Wildunfälle 2025/26 nach Bezirk
1134 Reh-Unfälle im Bezirk Bregenz
Auch beim Reh liegt Bregenz mit 34 Tieren vorn. Danach kommen Feldkirch mit 26, Bludenz mit 13 und Dornbirn mit 9 Rehen.3
Verletzte und Getötete
Die allermeisten Wildunfälle in Vorarlberg enden mit Blechschaden. Unfälle mit Verletzten erfasst die Statistik Austria nur, wenn die Polizei sie aufnimmt.
124 Wildunfälle mit Personenschaden 2025
2025 gab es in Vorarlberg vier Unfälle mit Wildbeteiligung, bei denen Menschen verletzt wurden. Für 2024 weist die Statistik keinen solchen Unfall aus.6
1314 Unfälle und 16 Verletzte im Jahr 2023
Ein Ausreißer war 2023: Damals zählte die Statistik in Vorarlberg 14 Wildunfälle mit Personenschaden und 16 Verletzte. In den Jahren 2019 bis 2022 waren es 6, 0, 3 und 3 Unfälle.5
14Keine Toten bei Wildunfällen 2019 bis 2023
In den fünf Jahren von 2019 bis 2023 starb in Vorarlberg kein Mensch bei einem Wildunfall.5
Österreich-Vergleich
Im Vergleich mit den anderen Bundesländern ist Vorarlberg ein kleines Wildunfall-Land. Dazu passt, dass im Land 2025/26 kein einziges Wildschwein erlegt wurde und die Hasenstrecke bei nur 88 Stück lag.3
1565.000 Wildtiere auf Österreichs Straßen 2025/26
In ganz Österreich kamen im Jagdjahr 2025/26 rund 65.000 Wildtiere im Straßenverkehr ums Leben. Das sind 46,4 Prozent aller Wildverluste von 140.264 Stück.4
16Rund 73.000 Wildunfälle pro Jahr, acht pro Stunde
Im Schnitt der Jagdjahre 2019/20 bis 2023/24 starben in Österreich pro Jahr rund 73.000 Wildtiere auf der Straße. Das sind acht Wildunfälle pro Stunde.7
17Nur 232 von 69.373 Tieren aus Vorarlberg
Im Jagdjahr 2023/24 lag Vorarlberg mit 232 Tieren auf dem vorletzten Platz, nur Wien meldete mit 222 weniger. Das sind rund 0,3 Prozent der österreichischen Gesamtzahl von 69.373.5
Fallwild im Straßenverkehr 2023/24 nach Bundesland
18Minus 28 Prozent seit 2008/09
Österreichweit ist die Zahl der Wildunfälle langfristig gesunken: von 96.819 Tieren im Jagdjahr 2008/09 auf 69.373 im Jagdjahr 2023/24.5 Beim Reh gab es aber ein Plus von 7 Prozent, beim Rotwild von 3 Prozent. Hasen (minus 55 Prozent) und Fasane (minus 63 Prozent) sind dagegen viel seltener geworden.7
1955 Prozent Rehe, 26 Prozent Hasen
Bei den Wildunfällen in Österreich ist mehr als jedes zweite Tier ein Reh. Der Hase folgt mit 26 Prozent.7 Vorarlberg weicht davon ab: Hier sind Fuchs und Dachs zusammen häufiger als das Reh, Hasen spielen kaum eine Rolle.3
20283 Unfälle mit Personenschaden in Österreich 2025
2025 zählte die Statistik in Österreich 283 Unfälle mit Wildbeteiligung, bei denen Menschen verletzt wurden. 322 Personen erlitten Verletzungen. Die meisten dieser Unfälle gab es in Niederösterreich (85), Oberösterreich (69) und der Steiermark (54).6
211.586 Verletzte und 6 Tote in fünf Jahren
Von 2019 bis 2023 wurden in Österreich 1.586 Menschen bei Wildunfällen verletzt und sechs getötet. Das sind im Schnitt rund 317 Verletzte pro Jahr.7
Tageszeit und Wucht
Wild ist vor allem in der Dämmerung und in der Nacht unterwegs. Im Herbst fällt der frühere Einbruch der Dunkelheit mit dem Abendverkehr zusammen.
2247 Prozent bei Dunkelheit
Rund 47 Prozent aller Wildunfälle mit Personenschaden in Österreich passieren bei Dunkelheit, weitere 10 Prozent in der Dämmerung. Das KFV rät deshalb besonders im Herbst zu erhöhter Vorsicht.7 Eine Auswertung nach Monaten gibt es für Vorarlberg nicht.
23Zwei Tonnen Aufprallgewicht bei 100 km/h
Ein 20 Kilogramm schwerer Rehbock entwickelt bei einem Aufprall mit 50 km/h ein Gewicht von einer halben Tonne. Bei 100 km/h sind es schon zwei Tonnen.8
Was nach einem Wildunfall zu tun ist
Taucht ein Tier auf, rät der ÖAMTC: Lenkrad festhalten, kräftig bremsen und die Spur halten. Bei Reh, Hirsch oder Wildschwein ist eine Notbremsung meist gerechtfertigt. Bei Kleintieren kann dir eine Vollbremsung eine Mitschuld an einem Auffahrunfall einbringen.6
Nach dem Unfall gehst du so vor:
- SichernWarnblinkanlage einschalten, Warnweste anziehen und das Pannendreieck aufstellen.
- MeldenPolizei oder Jagdaufseher verständigen, auch wenn das Tier davongelaufen ist. Die Unfallmeldegebühr fällt bei einem Wildunfall nicht an.6
- Nicht anfassenVerletztes oder totes Wild nicht berühren und nicht mitnehmen. Jagdfremden ist das Berühren von Wild in Vorarlberg verboten.2
- NachsucheDer Jäger sucht ein verletzt geflüchtetes Tier nach und trägt es als Fallwild mit dem Vermerk „Straße“ in die Abschussliste ein.1
- VersicherungDen Schaden am eigenen Auto zahlt nur die Kaskoversicherung, auch wenn dich keine Schuld trifft. Mit reiner Haftpflicht bleibst du auf den Kosten sitzen.8
24Bis zu 6 Monate Haft für das Mitnehmen von Wild
Wer ein totes Reh einfach einlädt, greift in fremdes Jagdrecht ein. Nach § 137 StGB drohen dafür bis zu sechs Monate Freiheitsstrafe oder eine Geldstrafe bis zu 360 Tagessätzen.9 Auch der ÖAMTC warnt, dass das Mitnehmen strafrechtliche Folgen haben kann.6
Die Zahlen zeigen: Vorarlberg hat österreichweit fast die wenigsten Wildunfälle, und der Trend ging zuletzt nach unten. Gerade im Herbst und in der Dämmerung lohnt es sich trotzdem, im Leiblachtal, im Bregenzerwald und im Walgau langsamer zu fahren. Wie viel Wild in Vorarlberg insgesamt erlegt wird, liest du in unserem Artikel Jagdstatistik Vorarlberg.
Wenn du dich auf die Jagdprüfung vorbereitest, findest du in der Übersicht der Prüfungsfragen alle Fragen mit Antworten. Im Trainer übst du sie gezielt.
Häufige Fragen
Wie viele Wildunfälle gibt es in Vorarlberg pro Jahr?
Im Jagdjahr 2025/26 kamen 215 Wildtiere im Straßenverkehr ums Leben. Im Schnitt der Jagdjahre 2019/20 bis 2023/24 waren es 294 pro Jahr.35
Welche Tiere sind in Vorarlberg am häufigsten betroffen?
Rehe (82), Füchse (71) und Dachse (42). Rotwild kam 2025/26 nur zweimal auf der Straße um, Gams gar nicht.3
Wo passieren die meisten Wildunfälle in Vorarlberg?
Im Bezirk Bregenz mit 85 Tieren im Jagdjahr 2025/26, vor Bludenz (56), Feldkirch (50) und Dornbirn (24).3
Muss ich einen Wildunfall melden?
Ja. Du verständigst die Polizei oder den Jagdaufseher, auch wenn das Tier geflüchtet ist. Eine Unfallmeldegebühr fällt dafür nicht an.6
Darf ich ein totes Reh nach einem Wildunfall mitnehmen?
Nein. Wild muss unverzüglich dem Jagdnutzungsberechtigten übergeben werden. Wer es mitnimmt, riskiert ein Strafverfahren wegen Eingriffs in fremdes Jagdrecht.29
Zahlt die Versicherung einen Wildunfall?
Den Schaden am eigenen Auto zahlt nur die Kaskoversicherung. Mit einer reinen Haftpflichtversicherung trägst du die Kosten selbst.8
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<a href="https://jagdpruefungvorarlberg.at/blog/wildunfaelle-vorarlberg-statistiken/">Wildunfälle Vorarlberg Statistiken 2026</a>, JagdprüfungVorarlbergLindemann, K. (2026). Wildunfälle Vorarlberg Statistiken 2026. JagdprüfungVorarlberg. https://jagdpruefungvorarlberg.at/blog/wildunfaelle-vorarlberg-statistiken/
Lindemann, Konrad. "Wildunfälle Vorarlberg Statistiken 2026." JagdprüfungVorarlberg, 2026, jagdpruefungvorarlberg.at/blog/wildunfaelle-vorarlberg-statistiken/
Quellen
Alle Zahlen stammen von den hier genannten Stellen. Für Vorarlberg nutzen wir die Jagdstatistik des Landes, weil es keine eigene Polizeistatistik zu Wildunfällen ohne Personenschaden gibt. Zahlen zu Schadenhöhe, Unfallmonaten und Unfallschwerpunkten im Land haben wir nicht gefunden und deshalb weggelassen.
- Vorarlberger Jagdverordnung, Fassung vom 13.07.2022 (Abschussliste) (vorarlberg.at)
- Vorarlberger Jagdgesetz, Fassung vom 13.07.2022 (§§ 5, 32) (vorarlberg.at)
- Land Vorarlberg: Jagdstatistik 2025/26 (Excel, mit Zeitreihen ab 1995) (vorarlberg.at)
- Statistik Austria: Jagdstatistik Jagdjahr 2025/26 (statistik.at)
- KFV: Anzahl der Wildunfälle inklusive Bundesländer, 2019/20 bis 2023/24 (kfv.at)
- ÖAMTC: Mit Herbstbeginn steigt das Risiko für Wildunfälle (23.09.2026) (oeamtc.at)
- KFV: 73.000 Wildunfälle pro Jahr in Österreich (15.10.2024) (kfv.at)
- ÖAMTC: Verkehrsunfälle durch Wild (oeamtc.at)
- § 137 StGB: Eingriff in fremdes Jagd- oder Fischereirecht (jusline.at)
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